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Professoren Quartett will Suizidbeihilfe an Ärzteschaft delegieren

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Die vier Professoren, die heute auf einer medial exzellent vorbereiteten Pressekonferenz einen Gesetzentwurf zum Thema „Suizidbeihilfe“ vorgestellt haben, wollen die Suizidbeihilfe von den Sterbehilfevereinen in die Arztpraxen verlagern. Der Gesetzentwurf greift dafür zu dem Kunstgriff, ein generelles Verbot der Suizidbeihilfe zu normieren (ähnlich wie im österreichischen Strafrecht, das dann aber durch Ausnahmebestimmungen durchlöchert wird. Vor allem sollen Ärztinnen und Ärzte unter bestimmten Bedingungen Suizidbeihilfe leisten dürfen, vor allem soll dafür erforderlich sein, dass der Patient nur noch eine begrenzte Lebenserwartung haben soll (in der Pressekonferenz wurde erläutert, dass das auch ein Prognose sein könne, die von zwei bis drei Jahren verbleibender Lebenszeit ausgeht, ein Zeitraum über den sich kaum seriöse Prognose machen lassen).

Eine Detailanalyse des Entwurfs und der zugrundeliegenden Argumentation folgt in den nächsten Tagen auf dieser Webseite. Deutlich ist aber schon jetzt, dass mit diesem Entwurf, der assistierte Suizid de facto nicht  verhindert, sondern etabliert wird – zumal auch das Betäubungsmittelgesetz so geändert werden soll, dass die Abgabe des Suizidmittels Natriumpentobarbital durch den Arzt möglich werden soll. Dass die SPD den Gesetzentwurf begrüßt hat, überrascht nicht.

 

 

 

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